Wenn Menschen nicht weiter wissen…

… greifen sie gern auf Altes zurück, das sie schon kennen, wie die Erziehungswissenschaftlerin in diesem Zeit-Artikel.
Zunächst sei mal gesagt, dass ich durchaus mit einigem übereinstimme, was den Inhalt ihrer Aussagen betrifft. Beispielsweise sehe ich auch, dass es zu viele Ratgeber gibt, dass Eltern manchmal durch zu viel Wissen verunsichert sind, dass einige Eltern sich zu sehr hinten an stellen, wenn es um die Bedürfnisse ihres Kindes geht.
Schrecklich finde ich aber, dass von einer Professorin der Erziehungswissenschaft “Konsequenzen” und “Strafen” in einen Topf geworfen werden. Konsequenzen meinen eine logische Folge eines Verhaltens. Wenn ich zB einen Stein gegen eine Scheibe werfe, ist eine wahrscheinliche Konsequenz, dass die Scheibe kaputt geht und ich sie ersetzen muss. Ein Strafe hingegen ist eine Sanktion. Werfe ich einen Stein gegen eine Scheibe und geht diese kaputt, kann eine mögliche Strafe sein, dass ich ausgeschimpft werde, dass ich Hausarrest bekomme oder im schlimmsten Fall körperlich gezüchtigt oder mit Liebesentzug bestraft werde.
Ich denke, dass dies ein grosser Unterschied ist und die zwei Begriffe nicht in einem Atemzug genannt werden sollten.
Ich finde ausserdem, dass die Beziehung der Eltern zu den Kindern im Grundsatz von Liebe und Vertrauen geprägt sein sollte. Ich bin überhaupt nicht dafür, Kinder zu kontrollieren. Das ist meiner Meinung nach ein veraltetes Erziehungskonzept. Wenn das Kind seine Hausaufgaben für den nächsten Tag nicht hat, ist die logische Konsequenz, dass es eventuell Ärger mit der Lehrperson gibt und das Kind mehr Hausaufgaben hat, weil es die vergessenen zusätzlich nachholen muss. Wozu dann kontrollieren? Um mir das Gefühl einer sich kümmernden Mutter zu geben? Weil ich meinem Kind nicht über Weg traue und sowieso glaube, dass es mich anlügt? Damit ich vor der Lehrperson gut da stehe? Das sind für mich keine überzeugenden Motivationen.
Hausaufgaben sind nicht mein Business. Es ist die Aufgabe der Lehrperson, Hausaufgaben aufzugeben und sie zu kontrollieren. Ich sehe meine Aufgabe darin, bei Bedarf (und den definiert das Kind!) mein Kind bei den Hausaufgaben zu unterstützen (so viel wie nötig, so wenig wie möglich), es an die Hausaufgaben zu erinnern und wenn das Kind nicht vorm Beginn der Ballettstunde fertig wird, mit ihm gemeinsam zu überlegen, wie man das lösen kann: die Aufgaben später erledigen, Ballett ausfallen lassen, Aufgaben ausfallen lassen und ich überlege gemeinsam mit dem Kind, was die möglichen Konsequenzen sein können. Meiner Meinung nach bereitet man so das Kind optimal aufs Leben vor, nämlich eine gute Entscheidung für sich zu treffen unter Abwägung der Konsequenzen.
Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich persönlich natürlich auch bevorzuge, dass mein Kind die Hausaufgaben macht und ich versuchen würde, mein Kind dahingehend zu beeinflussen. Aber ehrlich gesagt muss ich das selten, denn die Kinder fühlen ihre Verantwortung und sich auch wohler, wenn sie ihre Hausaufgaben gemacht haben. In dem Zuge kann man aber auch gemeinsam überlegen, wie man das in Zukunft gestaltet. Kontrolle und demonstrative Machtausübung finde ich wenig hilfreich und ist auch oft mit unnötigen Konflikten verbunden.
So gehe ich nach meinem eigenen Bauchgefühl – wie Frau Stamm es empfiehlt – und kontrolliere und bestrafe nicht!
Bisher bin ich damit sehr erfolgreich.

Das gute Beispiel geht voran

Das ist wirklich sehr schwer! Bei mir geht manchmal nicht das gute Beispiel voran, sondern meine Macken und meine Kinder tun, was ihr Job ist: einiges nachmachen und mir dabei den Spiegel vorhalten. Das macht mich manchmal ganz schön ungeduldig (mit mir), manchmal auch sauer (auf mich) und oft hilflos, denn es sind Angewohnheiten, die ich schon habe seit ich denken kann. Die kann ich nicht einfach per Knopfdruck abstellen. In meiner Verzweiflung habe ich mich dann auch schon gefragt, warum die Kinder nicht einfach nur die tollen super Eigenschaften übernehmen, die ich zweifelsohne auch habe!

Das tun sie auch! Aber ich weiss nicht, wie es euch geht… mein Fokus liegt leider oft auf den negativen Dingen: das läuft noch nicht, da kann man noch was verbessern, dieses ist nicht so optimal und so bin ich sehr damit beschäftigt, mich zu optimieren. Das ist natürlich gut, wenn ich an mir arbeite, aber ich sollte wirklich zwischendurch auch mal meine tollen Seiten sehen:

Ich bin nett, freundlich und hilfsbereit, ich kann eine Menge aushalten, bin manchmal hartnäckig, manchmal total weichgespült, ich bin kreativ und habe einige recht unterschiedliche Talente. Warum, ver*piiiieeeep* noch mal, bin ich nicht in der Lage, sagen wir mal 60- oder 80% des Tages an meinen guten Seiten zu feilen? Warum dieser blöde, völlig unangebrachte Perfektionismus?

Und meine Kinder tun es auch: diese Note ist noch nicht gut genug, das Haus hätte besser gezeichnet werden können – und ich finde aber, dass beide Kinder toll sind, weil mich an ihnen Noten und Häuser weniger interessieren als die tollen Gedanken und Einstellungen, die sie haben, die Art wie sie mit ihrer Welt umgehen, was für grossherzige und grosszügige Menschen sie sind. Aber auch das muss ja von irgendwem vorgelebt worden sein – ha! Ich weiss: es war mein geliebter Göttergatte! ;-) Okay, aber eben nicht nur! Das alles steckt auch in mir und ich wünschte, ich könnte mich öfter mit den Augen von anderen sehen!

Ich kann meinen Kindern nicht genug dafür danken, dass sie mir mit dem Nacheifern immer wieder einen Spiegel vorhalten und ich gezwungen werde, nicht nur die negativen, sondern auch die positiven Dinge an mir zu sehen und zu erfahren, dass man keine perfekte Mami sein muss, um von ihnen geliebt zu werden.

P.S.: Heute ist ein weichgespülter Tag ;-)

Privatsphäre für Kinder

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Im Artikel 16 der UNO Kinderrechtskonvention ist es festgeschrieben:
Auch Kinder haben ein Recht auf eine Privatsphäre. Das ist für Eltern nicht immer leicht auszuhalten, wenn das Kind sich in seinem Zimmer verkriecht und wer-weiss-was tut. Auch bei uns taucht dieses Phänomen immer mal wieder auf. Gerade unser 10jähriger nimmt sich gern hin und wieder eine Ausszeit. Das fühlt sich sehr befremdlich an für mich, aber ich versuche dann, mich mit etwas anderem zu beschäftigen – vor allem, wenn es so still ist bei ihm.
Es ist bei uns seit je her selbstverständlich dass wir anklopfen, wenn die Zimmertüren geschlossen sind. Nicht nur die Erwachsenen klopfen bei den Kindern an, oder die Kinder bei den Erwachsenen, nein – auch die Kinder klopfen bei den Kindern an und warten auf ein Herein bevor sie eintreten. Wir finden, dass das zum wertschätzenden Umgang miteinander gehört und der ist uns sehr wichtig.
Es gibt auch immer mal wieder Phasen, wo die Kinder gern die Türe beim Baden oder Duschen schliessen wollen. Richtig abschliessen mit einem Schlüssel finde ich persönlich sehr zwiespältig, zumal es ja sein kann, dass etwas passiert und man dann zum Helfen nicht herein kommen kann. Aber da wir ja immer anklopfen, ist das grundsätzlich gar nicht gefragt. Wir respektieren es, dass sich die Kinder ab und zu und immer mal wieder nicht nackt zeigen wollen. Es ist richtig diesem Gefühl zu folgen, denn es geht ja um ihren eigenen Körper und da sollen sie selbst ihrem Gefühl trauen lernen. Das fördert ihre Eigenwahrnehmung und das Selbstbewusstsein. Sie sollen merken, dass sie keinen Quatsch fühlen und ihre Gefühle durchaus ernst nehmen.
Auch Post, die an die Kinder gerichtet ist, öffne ich nicht. Es steht nicht mein Name drauf, deshalb bin ich nicht berechtigt, die Post zu öffnen. Auch das gehört zur Privatsphäre (Art. 16).
Grundsätzlich lohnt sich immer ein Gespräch: Ich frage Junior, ob er mir verrät, was er in der “stillen einsamen Stunde” gemacht hat. Und er erzählt mir freimütig, dass er Anleitungsvideos von seinem neuen Spiel angeschaut hat und dafür seine Ruhe haben wollte (pfui, und welche Gedanken hatte ich!!). Auch wenn die Kinder ihre Post geöffnet haben, kann ich sie fragen, wer denn geschrieben hat. Meistens bekommt man eine ehrliche Antwort.
Trotzdem muss man als Eltern damit leben lernen, dass man nicht immer alles weiss – und das ist sicherlich auch nicht immer das schlechteste ;-)

Verantwortung abgeben

Als ich gestern an den Träumerle-Minuten geschrieben habe fiel mir wieder ein, dass ich mit unserem Junior im Kindergartenalter ein ähnliches Problem hatte. Auch er hat morgens sehr viel Zeit gebraucht, um sich fertig zu machen. Früher wecken ist da immer eine gute Idee, finde ich, aber irgendwann ist das auch mal ausgereizt – wer will schon um 4 Uhr morgens aufstehen ;-) Allen Eltern sei an dieser Stelle Mut gemacht: es hört irgendwann auf!-)
Junior hat allerdings weniger geträumt und mehr getrödelt und einfach langsam gemacht. Da ich ihn immer angetrieben habe, sind auch wir immer wieder in Streit geraten. Und das auch schon oft, bevor ich meinen ersten Kaffee hatte! ;-) So ging es auch hier nicht weiter. Also habe ich die Aufgabe an ihn abgegeben. Ich habe ihm eine Uhr ins Zimmer gestellt und mit ihm auf einen Zettel gemalt, was er tun muss, wenn der Zeiger da oder dort steht. Die ersten zwei Mal habe ich ihn noch unterstützt, da er ja noch nicht die Uhr lesen konnte. Dann musste er es alleine machen. Ich sags gleich: das erfordert ein bisschen Selbstdisziplin von Mamis und Papis! Nicht mehr einmischen ist ganz schön schwer, aber nur am Anfang. Um es mir zu erleichtern, habe ich vorab mit der Kindergartenlehrperson telefoniert und ihr unser morgendliches Problem geschildert. Ich habe ihr gesagt, dass Junior ab jetzt selbst die Verantwortung übernimmt und es sein kann, dass er dann zu spät kommt. Falls das so ist, muss er die Konsequenzen tragen – z.B. dass alle schon im Stuhlkreis sitzen oder ein Spiel bereits begonnen hat und er nicht gleich mit einsteigen kann. So hatte ich mir den Druck genommen, dass er pünktlich sein muss, denn die Kindergartenlehrperson wusste ja bescheid.
Und jetzt das Wunder: er kam NIE zu spät! Seit der Druck weg war und Junior selbst zuständig ist, klappt es wie am Schnürchen!-)
Darauf hätte ich mal eher kommen sollen!-)

Träumerle-Minuten

Wahrscheinlich geht es einigen Eltern so wie uns: Unsere Tochter ist mit ihren 7 Jahren noch total verträumt. Wenn ich ihr sage, dass es Zeit ist, ins Bett zu gehen und sie solle bitte ihren Schlafanzug anziehen, dann sagt sie zwar brav “Ja”, aber spätestens wenn sie in ihrem Zimmer ist, hat sie etwas gesehen, was ihre Aufmerksamkeit ablenkt. Dann singt sie vor sich hin und nach ein paar Minuten komme ich vorbei und darf feststellen, dass sie noch lange keinen Schlafanzug an hat. “Oh, Mami”, sagt sie dann, “Ich musste erst noch schnell der Puppe etwas anziehen, sonst ist ihr doch kalt!” Natürlich, das ist selbstverständlich wahnsinnig wichtig! ;-)
Abends ist das nicht so dramatisch, aber morgens zerrt das absolut an meinen Nerven. Ich wecke sie schon sehr früh, damit sie noch 10 Minuten liegen kann, denn sie ist nicht der Mensch, der aufwacht und direkt aufstehen kann. So ist das eben und ich integriere das gern in den morgendlichen Ablauf. Sie hat morgens 50 Minuten Zeit zum Aufstehen, Frühstücken, Anziehen, Zähne putzen, Schuhe an und ab in die Schule. Aber wenn ich ihr sage, sie soll sich anziehen, höre ich sie ein paar Minuten später in ihrem Zimmer singen – und ich weiss das bedeutet, dass sie wieder in ihre kleine Traumwelt abgetaucht ist. Es macht mich sauer, wenn ich immer wieder sagen muss, was sie tun soll – eigentlich weiss sie das auch selbst, denn sie ist ja schon in der 2. Klasse und das Ritual ist immer dasselbe – inklusive meiner Schimpftriaden #-) An irgendeinem Punkt bin ich dann richtig sauer und entweder ist sie verzweifelt, weil sie es wieder nicht in time schafft loszugehen, oder sie ist auch sauer, weil ich jeden Morgen mit ihr schimpfe. Es ist für uns alle nicht schön! Um meinen Mann zu zitieren:” Tja, dann ist Stimmung wohl kaputt!”.
So musste also eine Lösung her. Ich weiss, dass unsere Tochter das alles nicht absichtlich macht. Es passiert halt einfach. Also haben sie und ich an einer Lösung gefeilt, die jetzt schon eine Woche gut geht: die speziellen Träumerle-Minuten. Ich wecke sie jetzt noch 10 Minuten eher, dann wird gefrühstückt und danach hat sie ihre ersten 10 Träumerle-Minuten. Dann gehe ich hin und sage ihr, dass es Zeit ist zum Anziehen. Sie macht sich dann fertig – und weiss der Geier warum, aber sie driftet dann tatsächlich nicht ab. Ich muss auch nicht daneben stehen! Danach hat sie wieder ein paar Träumerle-Minuten. Dann wird zum Aufbruch geblasen und beide Kinder gehen zur Schule. Klappt super!-)
Manchmal zahlt sich Kreativität doch aus!-)

Vorbilder sind sehr effektiv

Es ist nicht immer einfach, sich vorbildlich zu verhalten. Mir gelingt das nicht immer, vor allem wenn es um das böse Sch…wort geht #-)
Und trotzdem haben wir es anscheinend geschafft, unseren Kindern auch hin und wieder mal ein gutes Vorbild zu sein. Man merkt das natürlich immer erst später, wenn man als Eltern mitkriegt, dass die eigenen Kinder genauso reagieren wie man selbst.
Neulich habe ich mich darüber gefreut:
In einem kleinen Anfall von “Ich-muss-was-verändern” wollte ich mir die Haare abschneiden. Aber nicht ohne noch ein paar Mal darüber zu schlafen und die Familie um ihre Meinung zu bitten. So ergab sich folgender Dialog zwischen unserer Tochter und mir:
“Was meinst du, soll ich mir die Haare abschneiden?” Ich erklärte, wie ich sie haben wollte.
Unsere Tochter (7): “Ich finde dich mit langen Haaren schöner. Aber es sind deine Haare und letztlich musst du selbst entscheiden, was du damit anfangen willst. Es sind ja deine Haare!”
Genauso hätte ich es wohl auch formuliert und durfte mich über die Früchte unserer Erziehung ein bisschen freuen!-)

Das Vegetario-Experiment geht weiter #1

In der letzten Woche hatte ich über unseren Entschluss geschrieben, so langsam aber sich auf vegetarische Kost umzusteigen. Jetzt möchte ich einen kleinen Zwischenbericht über die kleinen Erfolge und Misserfolge zu schreiben.

Fange ich mal mit dem schlechten an:
Man wird für seltsam gehalten, wenn man sich zu einem vegetarischen Leben entschliesst. Und für mich persönlich ist das Experiment keines mehr, sondern ein fester Beschluss.
Man muss sich den Menschen immer erklären, warum sich so entschlossen hat – witzig, ich hab noch nie jemanden zurück gefragt, warum er sich für Fleisch entschieden hat… oder war das etwa gar keine bewusste Entscheidung, sondern nur weil man das immer schon so gemacht hat?-)

Aber das Gute daran ist…

…dass man mit anderen darüber ins Gespräch kommt. Und bisher muss ich sagen, waren es gute und teils auch fruchtbare Gespräche, die andere angestossen haben, zumindest beim Fleischkauf mal auf die Herkunft zu achten oder auch weniger Fleisch zu essen.

…dass es einfacher ist als ich dachte! Denn in verschiedensten Supermärkten gibt es Sojaprodukte, Tofu oder ähnliches. In der Migros gibt es Cornatur, im Coop Délicorn und beim Aldi gibt es Natur Aktiv. Die Preise sind nicht wesentlich höher als beim Fleischeinkauf. Und wenn man sich erst mal orientiert hat und weiss, was einem schmeckt, ist es gar nicht mehr kompliziert.

…dass die Kinder das echt sehr ernst nehmen. Sie probieren nicht nur ohne Murren und ohne das üblich “Wääh, wie sieht das denn aus?!” die neuen Gerichte, öffnen sich dafür und wundern sich, wie lecker das alles ein kann. Wir sind ja auch noch in der Probierphase und testen uns durch Salatdressings, Sojabratlinge fertig oder selbst gemacht, Dinkelburger, verschiedene Gemüse- und Obstsorten. Das ist alles sehr spannend – nicht nur für die Kids :-) Sogar zum Besuch bei Oma müssen jetzt vorsorglich FertigSojaBratlinge mitgenommen werden.

…wir seit unserem Beschluss eigentlich auch keine Lust mehr auf Fleisch haben. Somit bleibt bei uns zumindest die vielzitierte und von verschiedenen Foren prophezeite Fleischeslust aus.

…wir trotzdem immer satt sind, und auch langanhaltend satt sind. Ausserdem fühlt es sich gut an, wenn man so genussvoll, lecker essen kann für eine sauberere Welt und weniger getöteten Tieren.

Bisher muss ich sagen, hat das alles mehr Vor- als echte Nachteile. Zumal wir wirklich abwechslungsreich essen können und nicht nur Salat und Körner.
Besonders begeistert bin ich von dem Kochbuch für Kinder “Globi kocht vegi”.

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Das Buch ist gegliedert in Getränke, Vorspeisen und Snacks, Hauptgerichte, Beilagen, Desserts und Süsses. Es sind wirklich viele tolle Rezepte darin, die sich echt super anhören. Die Schwierigkeitsgrade sind in ein, zwei und drei Kochmützen eingeteilt. Alle Rezepte sind im typischen Globistyle bebildert, so dass es Kindern auch Spass macht, sich aus dem Buch etwas auszusuchen, was man kochen mag.

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Das lohnt sich auf jeden Fall auch für Leute, die einfach gern öfter mal auf Fleisch verzichten wollen.
Am Ende des Buches gibt es noch Umwelttipps und Informationen über die Auswirkungen des Fleischkonsums. Hier ein Beispiel:

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Auch in der Bibliothek finden sich Vegetarische Kochbücher, in denen man tolle Anregungen findet für ein schmackhaftes Menü :-)

Probierts doch auch mal aus!-))

Vegetarisches Experiment

Gestern Abend ging es bei arte darum, ob es auch ohne Fleisch geht. In der Dokumentation ging es nicht nur darum, wie schlecht es den Tieren in der Massenhaltung geht, sondern auch um die globalen Auswirkungen. Einiges wusste ich schon, aber diese Sendung hat mich dann wirklich sehr betroffen gemacht. Besonders berührt hat mich die Mutter aus Paraguay, die ihren 11jährigen Sohn verloren hat: er ist gestorben, weil er durch Unachtsamkeit eines Bauern mit Pestiziden bespritzt wurde. Das Gift wird auf Sojafeldern eingesetzt, die zur Herstellung von Tierfutter gedacht sind. Denn wir können in Europa längst nicht mehr den Futterbedarf der Tiere selbst decken.
Nach der Sendung stand für mich fest, dass ich in Zukunft auf Fleisch verzichten möchte. Auch meine Familie zieht mit: die Kinder sind fest entschlossen, neue Sachen zu probieren.
Also stellen wir ab heute langsam um: die noch vorhandenen Vorräte werden (wahrscheinlich) aufgebraucht, während wir gleichzeitig den Gemüseanteil in unserer Ernährung aufstocken werden. Auch Soja- und Tofuprodukte werden wir ausprobieren.
Ich bin gespannt, wie unser “Experiment” verläuft.

“Lass dich nicht von Fremden ansprechen!”

Das haben wir unseren Kindern beigebracht und auch, dass sie nicht in fremde Autos einsteigen und keine Süssigkeiten von Fremden annehmen sollen. Aber was ist, wenn es doch mal passiert?

Unser Sohn – fast 10 Jahre alt – wurde an der Bushaltestelle von einem fremden Mann angesprochen. Er fragte ihn nach seinem Namen, wo er wohne und ob er öfter hier an dieser Bushaltestelle sei. Sohnemann hat zwar geantwortet, ist aber unspezifisch geblieben. Der Mann hat ihn in einem grösseren Abstand bis zu seinem Ziel verfolgt, anscheinend ca. 45-50 Minuten gewartet und ist ihm dann wieder bis fast nach hause gefolgt. Danach ist nichts mehr passiert – ein Glück! Aber als Eltern wird einem da erstmal schlecht vor lauter Angst!
Junior hat sich währenddessen so schlecht gefühlt, dass er die ganze Sache über Wochen verdrängt hat, zumal er dachte, er hätte alles falsch gemacht. “Lass dich nicht von Fremden ansprechen” ist leichter gesagt als getan. Kinder sind es gewohnt, Erwachsenen Antwort zu geben und sie zu respektieren. Das nutzen Menschen mit fragwürdigem Interesse an kleinen Kindern gern aus und überfordern so die Kinder in der jeweiligen Situation. Unser Junior beschrieb seinen Eindruck von sich: ” Es war irgendwie, als wäre ich hypnotisiert.” Die Antworten kamen automatisch, weil er auch brav seinen Eltern antwortet und seiner Lehrerin und seinem Trainer etc.

Wir haben Sohnemann darüber aufgeklärt, dass es auch für Erwachsene Situationen gibt, in denen wir überfordert sind und uns hinterher darüber ärgern, nicht richtig reagiert zu haben. Ausserdem haben wir ihn gelobt, dass er es uns erzählt hat und dass er sehr gute Gefühle hat, die ihn warnen. Wir haben ihn darin bestärkt, seinen Gefühlen mehr zu trauen und in solchen Situationen auch zu Mitteln zu greifen, die er vielleicht sonst nicht tun würde: laut dem fremden Ansprecher sagen, dass er mit ihm nicht reden möchte und sich dann zu einem anderen Erwachsenen stellen, diesen eventuell um Hilfe und Unterstützung bitten. Der fremde Ansprecher möchte unsichtbar bleiben, damit sich niemand an ihn erinnern kann. Wenn man aber laut spricht, drehen sich alle um und haben ihn gesehen, können vielleicht sogar später eine Beschreibung abgeben. In ein nahes Geschäft oder zum Busfahrer zu gehen und sich dort Hilfe holen wäre eine weitere Möglichkeit. Unser Junior soll auch gern die Beine in die Hand nehmen, den Bus sausen lassen und nach hause rennen.

Ein weiterer wichtiger Tipp kann sein, niemals offen sichtbar den Namen des Kindes auf die Schul- oder Kindergartentasche oder den Rucksack schreiben. Das sieht nett aus, gibt aber fremden Menschen die Möglichkeit vorzugeben, dass sie das Kind kennen, denn sie wissen ja, wie es heisst. Auch die Namensaufkleber am Auto halte ich für sehr fragwürdig.

Wir sind heute jedenfalls zur Kantonspolizei gegangen und haben den Vorfall dort gemeldet. Ich fand es gut, dass sie sehr einfühlsam und freundlich waren und uns ernst genommen haben. Machen kann man nach so vielen Wochen leider nicht mehr viel. Aber wir haben wertvolle Tipps bekommen, Junior wurde von der Polizistin nochmals gelobt und ermutigt, 117 anzurufen, wenn er den Mann noch einmal sehen sollte.

Von der Kantonspolizei gibt es auch noch eine gute Broschüre zum Thema.

Gewalt an Kindern

Gestern kam im Magazin Extra eine Reportage über Gewalt an Kindern – ich hatte mich neulich schon mal damit beschäftigt beim Thema “Kinderrechte”. Es hat mir noch mal verdeutlicht, wie aktuell diese Thematik immer noch ist und wie viel mehr Zivilcourage man zeigen sollte, wenn man merkt, dass Kinder geschlagen werden. Das ist keine Privatsache! Das geht und alle an! Warum? Weil diese Kinder lernen, Probleme mit Gewalt zu lösen – und Gewalt haben wir wahrlich schon genug auf dieser Welt!

Macht diese Welt besser und schaut hin bei Gewalt gegen Kinder!